Miron Schmückle – Martin Waldbauer – Sándor Körei
Samstag, 21.März 2026
17 Uhr Ausstellungseröffnung | 18 Uhr Rundgang & Künstlergespräch
Die Ausstellung läuft von März bis Mitte Juni 2026 und kann nach schriftlicher oder telefonischer Anmeldung besichtigt werden. Anmeldung unter kontakt@burg-ranfels.de | 0172 – 8511464
Die Künstler
Miron Schmückle *1966 (Zeichnung und Malerei | Sibiu/Hermannstadt, Rumänien, lebt und arbeitet in Berlin).
Miron Schmückle wächst in Sibiu/Hermannstadt, Rumänien, während der Ceaușescu-Diktatur auf. Laut Schmückles autobiografischen Texten wird sein Interesse für Kunstgeschichte durch einen gemeinsamen Besuch des Brukenthal-Museums mit seinem Vater in den 1970er-Jahren geweckt. Hier ist er von den Bildern des Universalgelehrten Joris Hoefnagel mit seinen allegorischen Kabinettminiaturen von 1597 beeindruckt. 1988 verlässt er Rumänien und wandert in die Bundesrepublik Deutschland aus. Zwischen 1991 und 1996 studiert er Experimentelle Malerei bei Renate Anger an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel und wechselt 1994 zur Performance-Künstlerin Marina Abramović an die Hochschule für bildende Künste Hamburg. Da aus Schmückles Sicht die Konzeptkunst Mitte der 1990er-Jahre an den Hochschulen sehr dominant ist und das Zeichnen an der Universität nicht gelehrt wird, bringt er sich dies im Selbststudium bei.

Miron Schmückle The Nymphs Are Departed II, 90×125 cm, 2024 (Foto Credits: Joachim Schulz)
Wild verschlungen ranken sich exotisch anmutende Pflanzen in Miron Schmückles Bildern über das Papier. Die Arbeiten bewegen sich zwischen Schönheit und Irritation und verhandeln Themen wie Vergänglichkeit, Sinnlichkeit und das Verhältnis von Mensch und Natur. Dabei entfaltet der Künstler einen üppigen farbigen Kosmos, in dem klassische botanische Darstellungsweisen auf eine surreal aufgeladene Bildsprache treffen. Sinnliche Blüten, verschlungene Pflanzenformen und körperhafte Anmutungen verwischen die Grenzen zwischen Pflanze, Tier und Mensch und eröffnen einen poetischen Raum zwischen Verführung und Fremdheit, Realität und Imagination. Bis heute hat er seinen einzigartigen, unverwechselbaren Stil konsequent weiterentwickelt. Sein zentrales Motiv: die Schöpfung. Die Leidenschaft für die Pflanzenwelt, so sagt er, sei ihm angeboren. In „Das Prinzip der Blüte“ zeigt Miron Schmückle neue Arbeiten, die er in den letzten Wochen für diese Ausstellung produziert hat. Eine überdimensionierte Installation von Schmückles floralen Motiven ist in der Ortsmitte an der Fassade des alten Schulhauses zu sehen.
Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland, u. a. Kunsthalle zu Kiel, Hamburger Kunsthalle, Galerie Anita Beckers, Gallery Rena Bransten, San Francisco, Museo Galleria d’Arte Moderna, Bologna, Kallmann-Museum, Ismaning, Kunsthaus Erfurt, Brukenthal-Museum Sibiu, Kunstmuseum Bayreuth, Sprengel Museum, Hannover, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Kunsthalle München, Städel Museum, Frankfurt am Main.
Arbeiten in öffentlichen und privaten Kunstsammlungen, u. a. Kunsthalle zu Kiel, Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen, Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Regensburg, Internationales Künstlerhaus Villa Concordia, Bamberg, Isobe Art Collection, Tokio, West Collection, Pennsylvania, Berlinische Galerie.
Miron Schmückle wird von der Galerie Eric Mouchet in Paris vertreten.
Martin Waldbauer *1986 (Fotografie | Hutthurm bei Passau)
Martin Waldbauer wächst auf einem Bauernhof im Bayerischen Wald auf. Nach ersten Experimenten mit Fotografie in seiner Jugend (Kompaktkameras aus Drogeriemärkten) entwickelt er ab etwa 2010 ein tiefes Interesse an analoger Bildgestaltung. Seit 2016 arbeitet er freiberuflich als Fotograf. Waldbauers Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen gezeigt, u. a. in Passau, Landshut, Ranfels (2021), Wasserburg, Prien am Chiemsee, Hengersberg, Düsseldorf (Galerie noir blanche), Wien (Galerie 99).

Martin Waldbauer No. 1283., Ed. 1/1 + 1AP, 2025
In der für Waldbauer typischen reduzierten Bildsprache knüpfen die Stillleben an klassische Pflanzenstudien an, die zugleich eine hohe Sensibilität für Zeit und Vergänglichkeit offenbaren. Ähnlich wie Miron Schmückle konzentriert sich auch Waldbauer in seinen Pflanzen- und Blumenstudien auf klare Strukturen und feine Details. Die manuelle Dunkelkammerarbeit verleiht den Schwarz-Weiß-Fotografien eine besondere Tiefe und erzeugt eine poetische Spannung zwischen Präzision und stiller Präsenz. Waldbauer fasziniert bei dieser Serie nicht nur die Plastizität, die Beschaffenheit der Oberflächen und die „Fleischigkeit“ der Pflanzen. Es ist auch eine Frage des richtigen Zeitpunkts: den entscheidenden Tag des Verfalls zu erkennen und festzuhalten. Für die Ausstellung hat Martin Waldbauer außerdem die Außeninstallation Edition Ranfels mit fünf Arbeiten entwickelt, die Blumen vor der beeindruckenden natürlichen Kulisse des Burggeländes präsentieren.
Sándor Körei *1995 (Skulpturale Installation | Mór, lebt und arbeitet in Budapest)
Sándor Körei studiert Bildhauerei an der Ungarischen Universität der Bildenden Künste und schließt 2021 sein Studium dort ab. Im selben Jahr gewinnt er den Tamás-Vígh-Preis. 2022 erhält er das Derkovits-Stipendium, eines der renommiertesten Stipendien für bildende Künstler in Ungarn.
Seitdem war Körei in zahlreichen Ausstellungen vertreten, u. a. Kunsthalle Budapest, Zeitgenössisches Kulturzentrum Székesfehérvár, Kunstmuseum Cluj-Napoca, Ani Molnár Gallery, Literaturmuseum Petőfi, Víziváros Galerie, MxM Gallery, Madrid, Hungarian Art and Business, Budapest, Liszt Institute Brüssel.
Sándor Körei wird von der Galerie Ani Molnár vertreten.

Sándor Körei Turquoise Glass Vase With Safflower, 41x41x60cm, flowers, vase, plate glass (Courtesy: Ani Molnár Gallery)
Mit den Arbeiten des ungarischen Bildhauers und Installationskünstlers Sándor Körei tritt die Dreidimensionalität in den Raum. Ausgehend von einfachen, alltäglichen Naturphänomenen wie frisch geschnittenen Blumen, Vasen oder Fragmenten botanischer Formen arrangiert Körei strenge Kompositionen in Glasstrukturen. Elemente aus der Natur scheinen in seinen Werken durch transparente Schichtungen stets auf Distanz gehalten zu sein. Diese skulpturalen Systeme ähneln wissenschaftlichen Versuchsanordnungen, die Sichtbarkeit erlauben, aber das Wahrnehmen zu einem bewussten Akt werden lassen. „Indem ich lebende Elemente in einer kontrollierten Umgebung versiegele, greife ich die Tradition des Stilllebens aus einer zeitgenössischen skulpturalen Perspektive auf.“ Hinter der Schönheit und den leuchtenden Farben der Blumen verbirgt sich auch bei ihm die Präsenz von Zeit, Verfall und Verwandlung. In dem Moment, in dem die Skulptur verschlossen ist, übergibt er sie der Zeit.
Eröffnung der Ausstellung
Gefördert von:

































