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AKTUELL

17. September ab 19.00 Uhr | Eröffnung  „Das Glück auf Erden“ 

Lesung mit Stefan Schomann aus den Büchern „Auf der Suche nach den wilden Pferden“ und „Das Glück auf Erden“.

Beim Anblick einer Pferdeherde geht uns das Herz auf. Kein anderes Tier hat die Menschen so nachhaltig fasziniert. In seinen Büchern macht Stefan Schomann sich auf zu Völkern, die eine jahrhundertealte Reitkultur besitzen, und er durchstreift spektakuläre Landschaften, die ohne die für sie gezüchteten Rassen kaum je besiedelt worden wären. Da passt es natürlich gut, dass am Gruselsberg die seltenen Kabardiner gezüchtet werden. Es sind Gebirgspferde, die im Kaukasus noch in wilden Herden leben.

Bei Stefan Schomann geht es aber auch um eine andere Art des Unterwegsseins. Wir erleben legendäre Wanderritte und Trekkingtouren mit, wir sitzen bei Beduinen am Lagerfeuer, überqueren mit Islandponys ganze Gletscher, wir pirschen uns im Sattel an Nashörner heran und ziehen auf dem Pferd durch die Vogesen.

Ein Pferdebuch der anderen Art: weltläufig, journalistisch und mit erzählerischer Meisterschaft. 2019 wurde das Buch „Auf der Suche nach den wilden Pferden“ im Rahmen des CHIO in Aachen mit dem Eisernen Gustav ausgezeichnet, dem Preis „zur Förderung der Reisekultur zu Pferde“.

Burg Ranfels - Stefan Schomann mit Pferden

Presseartikel Süddeutsche Zeitung Landkreise // Juli 2022


Update der Lesung Stefan Schomann (wegen des schlechten Wetters wurde die Veranstaltung in den Gasthof zur Post verlegt).

In seinem Buch „Auf der Suche nach den wilden Pferden“ erzählte Stefan Schoman von der Spurensuche nach Przewalskipferden, auf seinen Reisen vom Isartal bis in die Wüste Gobi und von Lascaux bis Tschernobyl. 

Nach der Lesung konnte der Bogen zu der ebenfalls sehr alten, kaukasischen Pferderasse „Kabardiner“ gespannt werden. Hierzu fand begleitend ein Gespräch mit dem Vorstand des Kabardiner Pferdes e.V. Tobias Knoll statt. Stefan Schumann hat es sich nicht nehmen lassen, die seltene Pferderasse auf dem Kabardinergestüt in Zenting persönlich zu bewundern.

Stefan Schoman mit Kabardiner - Gestüt Gruselsberg

„Traum und Albtraum“

M+M | Alexandra Vogt | Daniel Knorr | Maximilian Prüfer

Mad Mieter

M+M

Mit Mad Mieter haben M+M, das sind Marc Weis und Martin di Mattia, einen im Wortsinne unheimlichen 3D-Horrorfilm in Miniaturformat geschaffen. Der Plot in Kürze: Eine Mieterin fühlt sich von der Außenwelt bedroht. Als ein ungebetener Gast ihre Nähe sucht, kommt es zu einem schockierenden Ende.

Die Kulisse des ohne Computeranimation auskommenden Werks ist eine Puppenstube. Dennoch hat der Kurzfilm nichts Niedliches an sich. Schon die Surrealisten waren fasziniert von den anthropomorphen Fangschrecken, die vornehmlich in einer Art skulpturalen Starrheit verharren, und von dem Mythos des fürs Männchen tödlichen Liebesaktes. In 3D gedreht und – typisch für M+M – als raumfüllende Videoinstallation präsentiert, rücken einem die instinktgetrieben Protagonisten nun im leerstehenden Schulhaus in Ranfels in ihrer scheinbaren physischen Präsenz albtraumhaft nahe. Andererseits identifiziert man sich mit der Mieterin angesichts steigender Mieten, drohender Entmietung und Wohnraummangel. Die Erfahrungen der Pandemie, der eigene Rückzug ins Homeoffice und die Nähe von Mitmenschen als potentielle Gefahr zu erleben, bewirken weitere Lesarten des bereits vor Zeiten von Lockdowns entstandenen Werks. 

Ewig gültig sind die in Psychologie, Philosophie und Kunst schillernden Dichotomien von Liebe und Tod, von Kultur und Natur, deren Gegensätzlichkeit in Mad Mieter fulminant kollabiert.


Lost Lightboxes

Alexandra Vogt

Alexandra Vogts künstlerisches Werk, in dem Pferde und junge Mädchen die Hauptrolle spielen, entsteht in enger und kontinuierlicher Zusammenarbeit mit den Protagonistinnen meist im bayerischen Mindelheim, wo die Künstlerin zusammen mit einer großen Anzahl von Araber-Pferden lebt und arbeitet.

In ihren Fotos und Filmen stellt Alexandra Vogt das mit den Pferden ausgelebte Körpergefühl jedoch nicht nur als befreiendes, sondern zugleich auch als extrem Verunsicherndes dar. Sowohl Tier als auch Mensch in ihren Bildern vermitteln exzessive Körperlichkeit. Dieser Exzess drückt sich durch ein Übermaß an Kraft und Vitalität aus, vor allem aber in deutlich sichtbaren Verletzungen. Diese vermitteln ein unbehagliches Körpergefühl der Versehrtheit, das die unversehrte Welt der Pferderomantik in Frage zu stellen scheint. Letztlich aber zerstört das Moment der Körperlichkeit die Fantasiewelt nicht, sondern gibt ihr erst ihre Erfahrungsdichte. Das Besondere dabei ist: Die Bilder wirken zwar traumatisch, sie identifizieren jedoch kein bestimmtes Trauma, sind meist archaisch, manchmal romantisch, bisweilen sogar schelmisch und verspielt. Gerade dieser Mangel an Eindeutigkeit verstärkt die Eindringlichkeit ihrer Wirkung. 

Alexandra Vogt auf Burg Ranfels

o.T. (mirror:error)

Canvas Sculptures Small Ghost

Daniel Knorr

In Daniel Knorrs Werk erscheinen unterschiedlichste Werke als Materialisierungen im Cyberspace, als Verdichtungen immaterieller Symbolik, oder, wie der Künstler sagt, als Sprache, die das Material selbst erzeugt, als Sprache, welche die Erde von sich gibt. Folgt man letzterem, spricht der auf Burg Ranfels ausgestellte „Geist“ angesichts seiner Stofflichkeit eine ziemlich giftige Sprache, die wie ein ausgeworfenes Feedback zu unserer toxischen Behandlung der Welt anmutet und sich in Gestalt des Plastiks im Meer oder Weltraum zeigt – fügt sich aber auch wie selbstverständlich in die Jahrhunderte alten Gemäuer ein und wacht gleichsam liebevoll über sie.

© Foto: Bernd Borchardt

Knorr arbeitet als kritischer Post–Konzeptualist und nennt seine künstlerische Praxis Materialisierung. Er hat auf der Venedig Biennale im rumänischen Pavillon die Arbeit European Influenza gezeigt und auf der Documenta 14 mit Expiration Movement, dem für die gesamte Ausstellungsdauer rauchenden Zwehrenturm, ein Werk der politischen und geschichtlichen Auseinandersetzung geschaffen.

Youtube Link Konzeptkunst von Daniel Knorr: „We make it happen „


Maximilian Prüfer 

Maximilian Prüfer ist ein deutscher Konzeptkünstler. Er entwickelt aufwendige Verfahren, in denen er die Spuren von Insekten auf Papier überträgt und so zeigt, wie sie sich in bestimmten Strukturen bewegen. 

Prüfer studiert für seine Spurenbilder Phänomene aus der Natur sowie Verhaltensweisen von Tieren, meist Insekten. Durch eine gezielte Manipulation der Umgebung oder der Tiere selbst veranschaulicht er ureigene Grundbedürfnisse und Verhaltensweisen, die alle Lebewesen aufzeigen. Die Reaktion der Tiere, beziehungsweise deren Spurenbilder, stehen dabei oft metaphorisch für das Verhalten von Menschen im Bezug zur Gesellschaft.

Mittels einer von ihm entwickelten Technik, der „Naturantypie“, lässt Prüfer feinste Spuren aus der Natur sichtbar werden, beispielsweise Spuren von Schnecken oder Ameisen, Flügelschläge von Nachtfaltern oder den Aufprall von Regentropfen.

So werden beispielsweise Schnecken zum Sinnbild einer Massenbewegung, die sich nur aus dem Prinzip des Energiebedarfs ergibt. Ohne jegliche Kommunikation der Tiere untereinander bewegen sie sich, durch eine gezielte Veränderung des Untergrunds, in die gleiche Richtung, und nehmen kollektiv den Weg des geringsten Widerstands.

Neben der Technik der Naturantypie entwickelte Maximilian Prüfer ebenfalls die Technik des „Schmetterlingsdrucks“ – ein Verfahren, das die Übertragung der Pigmentschuppen von Schmetterlingen auf Papier ermöglicht. Die Schmetterlinge werden dabei von einem Objet trouvé zu einem naturalistischem Abdruck, der sowohl die Frage nach der Urheberschaft der Arbeit stellt, als auch den evolutionären Prozess illustriert, in dem er das „Bild“ mit seinen Ursprüngen von Entwicklungsprozessen und Umwelteinflüssen darstellt.

Youtube Video Maximilian Prüfer „Die Muster der Natur“

Maximilian Prüfer stellt bei Sotheby’s in München aus:

Eröffnung der Installation „Traum und Albtraum“ am 16. Juli 2022 / Impressionen

Veranstaltung Burg Ranfels "Traum und Albtraum"
Veranstaltung Burg Ranfels "Traum und Albtraum"
Veranstaltung Burg Ranfels "Traum und Albtraum"

Patrick Tresset – Human Study #1 + Human Study #2

Der in Brüssel lebende Künstler Patrick Tresset (*1967) entwickelt und präsentiert theatralische Installationen, in denen Roboter als zeichnende Maschinen auftreten. Er verwendet dabei computergestützte Systeme, die das Wesen künstlerisch-expressiver Ausdrucksformen erforschen und simulieren, um sie dann unmittelbar in das Tun und die Aktionen der Maschinen einzubringen. Diese scheinen in der Folge menschliches Verhalten zu imitieren, agieren dabei aber absolut autonom und individuell. Der/Die Betrachter*in vergleicht so das Handeln der Roboter unwillkürlich mit eigenen Wesenszügen – wobei deren archaisch-mechanisches Erscheinungsbild in den Hintergrund tritt und sie schließlich wie echte „Lebewesen“ wirken.

Tresset, ursprünglich Maler und Zeichner, gehört zu einer Generation von Künstler*innen, die aus der Computerabteilung des Goldsmiths College in London hervorgegangen sind. Dort leitete der gebürtige Franzose ein Projekt das darauf abzielte, den Prozess des Zeichnens zu analysieren und zu modellieren, um damit seine innere Struktur zu verstehen. 

Patrick Tresset hat Forschungsarbeiten in den Bereichen Computerästhetik, soziale Robotik, Zeichenforschung und künstliche Intelligenz veröffentlicht.

Seit 2011 werden seine Arbeiten in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, unter anderem in Zusammenarbeit mit bedeutenden Museen wie dem Centre Pompidou (Paris), der Prada Foundation (Mailand), der Tate Modern (London), dem MMCA (Seoul), dem Grand Palais (Paris), dem BOZAR (Brüssel), dem TAM (Peking), dem McaM (Shanghai) und dem Mori Museum (Tokio). Seine Installationen wurden zudem mit zahlreichen Preisen und Auszeichnungen bedacht (Lumens, Ars Electronica, NTAA, Japan Media Festival).

patricktresset.com/new/


Human Study #2 by Patrick Tresset / Artistes & Robots, Grand Palais on Vimeo

Drawing robots 5RNP by Patrick Tresset, Variation media art fair 2015 on Vimeo
Speaker für Vortrag und Gespräch:
Prof. Zachary Goldberg / Ethics Innovation Manager

Zachary Goldberg (43) ist gebürtiger US-Amerikaner und hat in den USA in Moralphilosophie promoviert. Er hatte für drei Jahre eine Post-Doktorandenstelle am Lehrstuhl für Praktische Philosophie an der Universität Regensburg inne. 2019 habilitierte er sich an der LMU in München, auch am Lehrstuhl für Praktische Philosophie und Ethik, mit einem Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft über „Das Böse“.

Zachary Goldberg thematisiert darin die Frage, was der Unterschied ist zwischen bösartigen und schlechten Handlungen, wer die Verantwortung für das Böse trägt und wie eine Gesellschaft mit dem historischen Bösen zurechtkommen kann.

Seit seiner Habilitation arbeitet er als Ethics Innovation Manager bei „Trilateral Research“ mit Hauptsitz in London. Zweck der Firma ist ethische Forschung mit Nachhaltigkeit und Wirkung auf die Gesellschaft. Der Schwerpunkt seiner Forschung und Arbeit ist die Ethik der KI.

Goldberg lebt mit seiner Familie in Regensburg.

Nico Zeifang / Kunstsammler und Galerist

Nico Zeifang sammelt seit über 15 Jahren Kunst und hat mit seiner Frau Katherina die PULPO GALLERY in Murnau am Staffelsee gegründet. Im Oktober 2023 eröffnet die Galerie im Bergson Kunstkraftwerk eine weitere Ausstellungsfläche auf mehr als 1800 qm.

Bevor er sich auf die spannende Reise als Galerist machte, war Nico Mitgründer und Vorstand der Team Internet AG, Deutschlands schnellst wachsendem Tech Unternehmen (Deloitte Fast 50 Rising Star, 2013).

Er hat Abschlüsse der London School of Economics and Political Science (MS, Accounting and Finance) und der Universität St. Gallen (BA, Business Administration and Management).

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