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Alexandra Vogt // läuft noch…

Alexandra Vogts künstlerisches Werk, in dem Pferde und junge Mädchen die Hauptrolle spielen, entsteht in enger und kontinuierlicher Zusammenarbeit mit den Protagonistinnen meist im bayerischen Mindelheim, wo die Künstlerin zusammen mit einer großen Anzahl von Araber-Pferden lebt und arbeitet.

In ihren Fotos und Filmen stellt Alexandra Vogt das mit den Pferden ausgelebte Körpergefühl jedoch nicht nur als befreiendes, sondern zugleich auch als extrem Verunsicherndes dar. Sowohl Tier als auch Mensch in ihren Bildern vermitteln exzessive Körperlichkeit. Dieser Exzess drückt sich durch ein Übermaß an Kraft und Vitalität aus, vor allem aber in deutlich sichtbaren Verletzungen. Diese vermitteln ein unbehagliches Körpergefühl der Versehrtheit, das die unversehrte Welt der Pferderomantik in Frage zu stellen scheint. Letztlich aber zerstört das Moment der Körperlichkeit die Fantasiewelt nicht, sondern gibt ihr erst ihre Erfahrungsdichte. Das Besondere dabei ist: Die Bilder wirken zwar traumatisch, sie identifizieren jedoch kein bestimmtes Trauma, sind meist archaisch, manchmal romantisch, bisweilen sogar schelmisch und verspielt. Gerade dieser Mangel an Eindeutigkeit verstärkt die Eindringlichkeit ihrer Wirkung. 

Alexandra Vogt auf Burg Ranfels

o.T. (mirror:error)

Maximilian Prüfer

Maximilian Prüfer ist ein deutscher Konzeptkünstler. Er entwickelt aufwendige Verfahren, in denen er die Spuren von Insekten auf Papier überträgt und so zeigt, wie sie sich in bestimmten Strukturen bewegen.

NEWS – November 2022 – Benefizauktion der Pinakothek der Moderne – Maximilian Prüfers „Snailpicture 15-05-22“ löst eine Bieterschlacht aus. 

Prüfer studiert für seine Spurenbilder Phänomene aus der Natur sowie Verhaltensweisen von Tieren, meist Insekten. Durch eine gezielte Manipulation der Umgebung oder der Tiere selbst veranschaulicht er ureigene Grundbedürfnisse und Verhaltensweisen, die alle Lebewesen aufzeigen. Die Reaktion der Tiere, beziehungsweise deren Spurenbilder, stehen dabei oft metaphorisch für das Verhalten von Menschen im Bezug zur Gesellschaft.

Mittels einer von ihm entwickelten Technik, der „Naturantypie“, lässt Prüfer feinste Spuren aus der Natur sichtbar werden, beispielsweise Spuren von Schnecken oder Ameisen, Flügelschläge von Nachtfaltern oder den Aufprall von Regentropfen.

So werden beispielsweise Schnecken zum Sinnbild einer Massenbewegung, die sich nur aus dem Prinzip des Energiebedarfs ergibt. Ohne jegliche Kommunikation der Tiere untereinander bewegen sie sich, durch eine gezielte Veränderung des Untergrunds, in die gleiche Richtung, und nehmen kollektiv den Weg des geringsten Widerstands.

Neben der Technik der Naturantypie entwickelte Maximilian Prüfer ebenfalls die Technik des „Schmetterlingsdrucks“ – ein Verfahren, das die Übertragung der Pigmentschuppen von Schmetterlingen auf Papier ermöglicht. Die Schmetterlinge werden dabei von einem Objet trouvé zu einem naturalistischem Abdruck, der sowohl die Frage nach der Urheberschaft der Arbeit stellt, als auch den evolutionären Prozess illustriert, in dem er das „Bild“ mit seinen Ursprüngen von Entwicklungsprozessen und Umwelteinflüssen darstellt.

Youtube Video Maximilian Prüfer „Die Muster der Natur“

Maximilian Prüfer stellt bei Sotheby’s in München aus:

Patrick Tresset

läuft noch…

Der in Brüssel lebende Künstler Patrick Tresset (*1967) entwickelt und präsentiert theatralische Installationen, in denen Roboter als zeichnende Maschinen auftreten. Er verwendet dabei computergestützte Systeme, die das Wesen künstlerisch-expressiver Ausdrucksformen erforschen und simulieren, um sie dann unmittelbar in das Tun und die Aktionen der Maschinen einzubringen. Diese scheinen in der Folge menschliches Verhalten zu imitieren, agieren dabei aber absolut autonom und individuell. Der/Die Betrachter*in vergleicht so das Handeln der Roboter unwillkürlich mit eigenen Wesenszügen – wobei deren archaisch-mechanisches Erscheinungsbild in den Hintergrund tritt und sie schließlich wie echte „Lebewesen“ wirken.

Tresset, ursprünglich Maler und Zeichner, gehört zu einer Generation von Künstler*innen, die aus der Computerabteilung des Goldsmiths College in London hervorgegangen sind. Dort leitete der gebürtige Franzose ein Projekt das darauf abzielte, den Prozess des Zeichnens zu analysieren und zu modellieren, um damit seine innere Struktur zu verstehen. 

Patrick Tresset hat Forschungsarbeiten in den Bereichen Computerästhetik, soziale Robotik, Zeichenforschung und künstliche Intelligenz veröffentlicht.

Seit 2011 werden seine Arbeiten in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, unter anderem in Zusammenarbeit mit bedeutenden Museen wie dem Centre Pompidou (Paris), der Prada Foundation (Mailand), der Tate Modern (London), dem MMCA (Seoul), dem Grand Palais (Paris), dem BOZAR (Brüssel), dem TAM (Peking), dem McaM (Shanghai) und dem Mori Museum (Tokio). Seine Installationen wurden zudem mit zahlreichen Preisen und Auszeichnungen bedacht (Lumens, Ars Electronica, NTAA, Japan Media Festival).

patricktresset.com/new/


Human Study #2 by Patrick Tresset / Artistes & Robots, Grand Palais on Vimeo

Drawing robots 5RNP by Patrick Tresset, Variation media art fair 2015 on Vimeo

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